Bizerte, 16.04.2019, von Stefan Gall

Angehende Pumpenspezialisten des tunesischen Katastrophen- und Zivilschutz ONPC werden durch das THW ausgebildet

Tunesien ist aufgrund seiner geografischen Lage häufig von Hochwassern betroffen. THW-Präsident, Albrecht Broemme, übergab den neu gegründeten und vom THW ausgebildeten Einheiten des tunesischen Katastrophenschutzes am 27.01.2019 offiziell zehn Drehkolbenpumpen mit einer Kapazität von je 5 000 Litern pro Minute

Fahrzeuggespann des tunesischen Katastrophenschutzes: Unimog U5023 mit Börgerpumpe 5.000Liter/Min

Das jüngste Hochwasser traf Tunesien im Herbst 2018. Für das nächste Unwetter sind die Kameradinnen und Kameraden des tunesischen für Katastrophen- und Zivilschutz, Office National de la Protection Civile (ONPC), nun gut gerüstet.

40 Einsatzkräfte der ehrenamtlich und hauptamtlich getragenen Einheiten durchliefen seit Anfang Dezember Einführungstrainings an den Geräten. Die vier abschließenden Einführungsausbildungen fanden in der vergangenen Woche an der Ecole Nationale de la Protection Civile (ENPC) statt. Sechs THW-Einsatzkräfte leiteten die Einweisungen. Ihr Ziel war es, die tunesischen Katastrophenschutzkräfte in der sachgerechten Nutzung sowie in der Wartung und Pflege der Maschinen auszubilden. Im Laufe des Jahres sind drei weiterführende Ausbildungen mit den insgesamt zehn HCP-Teams in Tunesien geplant.

Am zweiten Einweisungslehrgang vom 31. März bis 4. April 2019  wurden die Einsatzkräfte aus Bizerte und Ariana ausgebildet. Aus dem THW Ladenburg nahm der Gruppenführer der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen teil. Die Einsatzkräfte wurden in der Theorie in den Themen Arbeiten am Wasser, Hygiene sowie die  Erkundung von Einsatzstellen ausgebildet. Anhand von vergangenen, realen Einsätzen wurden die Einsatztaktiken und zugehörige Erfahrungswerte an die tunesischen Partner weitergegeben.

Aber auch die praktische Ausbildung kam nicht zu kurz: Die Börgerpumpe sowie das Pumpenzubehör  wurde vorgestellt.  Da die Börgerpumpe für hohe Temperaturen bauartbedingt angepasst werden musste, war die Ausbildung an der Gerätschaft auch ein spannendes Ereignis für die Pumpenspezialisten des THW.  Nach der Einweisung an der Pumpe galt es das Beladungskonzept für die LKW umzusetzen und das fachgerechte fahren im Gelände als auch auf der Straße wurde geübt.

Als Nassübung wurde eine Pumpstrecke mit Pufferbecken und zwei Börgerpumpen auf dem ONPC-Gelände in Bizerte aufgebaut. Hierbei wurde ähnlich wie dem Moorbrand in Meppen eine festgesetzte Fördermenge kontinuierlich bei unterschiedlichen Fördermengen gepumpt. Für das zweite Szenario, einen Waldbrand, wurden an einen See südlich von Al Matlin verlegt. Hierbei galt es mittels den  Pumpen und Pufferbecken über weite Strecken eine festgelegte Menge an Wasser zu fördern.

 

Die Übergabe von zehn Pumpen, vier Unimogs und weiterem Material durch das THW wurden ermöglicht durch die Anschaffungen durch das Projekt „Ertüchtigung von Partnerstaaten im Bereich Sicherheit, Verteidigung und Stabilisierung“ des Auswärtigen Amts. Das THW engagiert sich bereits seit 2012 in Tunesien und unterstützt die regionalen Kräfte beim Auf- und Ausbau ehrenamtlicher Strukturen im Katastrophenschutz.


  • Fahrzeuggespann des tunesischen Katastrophenschutzes: Unimog U5023 mit Börgerpumpe 5.000Liter/Min

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